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Recht so! Folge 1 - Cicero und Cato stoßen zusammen

An dieser Stelle werden wir ab sofort in unregelmäßigen Abständen anhand eines kurzen humorvollen Sachverhalts verschiedene rechtliche Themen behandeln und erklären.

Die Causa:

An einem lauen Dezembersamstag ist Cicero mit seiner Ehefrau im Auto unterwegs in die Stadt um noch Weihnachtsbesorgungen zu erledigen. An einer Kreuzung muss er wegen einer roten Ampel stehen bleiben. Cicero ist mit seiner Frau in heftiger Diskussion über das Geschenk für den Sohn Marcus, als diese Debatte plötzlich durch einen lauten Knall unterbrochen wird und die Eheleute heftig durchgeschüttelt werden.
Ausgerechnet Cato, zu dem er wegen eines zurückliegenden Vorfalles ein äußerst gespaltenes Verhältnis hat, hatte übersehen, dass die Ampel rot ist und fuhr ungebremst mit seinem Sportwagen auf das in die Jahre gekommene Auto des Cicero auf.
Cicero schießen schlagartig die Tränen in die Augen. Zunächst wegen des unglaublichen Schmerzes in Kopf und Nacken, als er dann aber aus dem Auto aussteigt auch wegen des Anblicks, den sein 15 Jahre altes und heiß geliebtes Auto bietet.
Es hat nur noch wenig von seiner einst so schönen Form behalten und im Kofferraumdeckel steckt die abgebrochene Kühlerfigur von Catos Sportwagen, der ansonsten aber wenig abbekommen hat.
Auch Ciceros Frau denkt nicht mehr an die Weihnachtsgeschenke, sondern sitzt mit Schwindelgefühl und Nackenschmerzen auf dem Beifahrersitz.
Cato, der schon früh politische Karriere gemacht hat und auch ansonsten mit allen Wassern gewaschen ist, erkennt schnell, dass er hier die Schuld an dem Unfall trägt und er wohl während des Autofahrens nicht ganz bei der Sache war, da er gerade noch schweren Herzens an seine Frau Marcia dachte, die sich zuletzt viel zu oft bei seinem Kollegen Quintus herumgetrieben hatte. Er versichert daher Cicero, dass er seine Schuld anerkennt und bereit ist, ein entsprechendes Papier zu unterschreiben, in dem er seine Schuld an dem Unfall einräumt.


Rechtliche Beurteilung:

Bei einem Verkehrsunfall ist es ratsam, die Polizei zur Klärung und Dokumentation des Sachverhaltes hinzuzuziehen, auch wenn die Schuldfrage zunächst offensichtlich erscheint. Dies erleichtert später den Nachweis bei einem Streit über das Verschulden der Unfallbeteiligten.
Auch ein Schuldbekenntnis des Unfallverursachers kann sich später als wertlos darstellen, da von den Gerichten eine Bindungswirkung eines solchen Schuldbekenntnisses im Rahmen der Schadensregulierung mitunter bereits abgelehnt wurde.

Die aufgrund eines Unfalles in Betracht kommenden Ansprüche sind sorgfältig anhand der Umstände des Einzelfalles zu überprüfen.

Bei dem Ersatz des Schadens am Fahrzeug stellt sich gegebenenfalls z.B. die Frage, ob Anspruch auf Ersatz der Reparaturkosten besteht oder ob lediglich die Kosten für die Beschaffung eines Ersatzfahrzeuges geltend gemacht werden können. Dies kann oft nur durch ein Sachverständigengutachten geklärt werden.
Der Geschädigte ist bei der Wahl und der Verwendung seiner Ersatzmittel beschränkt durch das Wirtschaftlichkeitsgebot und darf sich zudem nicht auf Kosten des Schädigers aus dem Vorfall bereichern. Aufgrund des Integritätsinteresses des Geschädigten an seinem vertrauten Fahrzeug wird von der Rechtsprechung allerdings zugebilligt, dass der Geschädigte eine Reparatur durchführen darf, die bis zu 130 % des Wiederbeschaffungswertes  reicht.

Neben dem unmittelbaren Ersatz des Schadens am Fahrzeug kommen aber noch weitere Ansprüche in Betracht wie z.B. der Ersatz von Mietwagenkosten bzw. eine Nutzungsausfallentschädigung, die in der Höhe vom Typ und Alter des beschädigten Fahrzeugs abhängig ist. Bei Personenschäden wie im Beispielsfall kommt neben dem Ersatz der Heilbehandlungskosten auch ein Schmerzensgeldanspruch in Betracht und unter Umständen auch der Ersatz eines Haushaltsführungsschadens, wenn der Geschädigte einem Haushalt vorsteht oder Haushaltsarbeit leistet und aufgrund des Schadensereignisses nicht oder nur eingeschränkt in der Lage ist, seinen Haushaltstätigkeiten nachzugehen.

Bei der Frage ob und gegebenenfalls in welcher Höhe Ansprüche bestehen hilft Ihnen ein Rechtsanwalt und macht bei der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners die bestehenden Ansprüche geltend und setzt diese gegebenenfalls auch gerichtlich durch. Die hierbei entstehenden Anwaltsgebühren sind ersatzfähiger Schaden und werden im Regelfall von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers getragen.

Zuständig für das Referat Verkehrsrecht: Rechtsanwalt Stephan Schilling
Schilling, Peters GbR | Rechtsanwalts- und Steuerkanzlei | 76133 Karlsruhe

10.01.2014 | Verkehrsrecht

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